Der Vogelgesang erfüllt den Tag

8. Februar 2022

Dass jede Vogelart einen andern Klang in der Stimme hat, sollte bekannt sein. Und oft sind diese auch nicht immer leicht zu unterscheiden vor allem wenn es um Gesänge von Artverwanden handelt. Unsere schlauen gefiederten Freunde ignorieren z. B. die Gesänge von anderen Arten um, aus diesem Vogelkonzert, nur noch ihre Liebeslieder hören zu können. Gerade jetzt in der Balz- und Brutzeit faszinieren uns die Lieder doch sehr.

Grobe Gesangsmuster sind bei jedem Vogel angeboren. Verfeinerungen jedoch, werden von den Eltern, Reviernachbarn oder anderen Arten erlernt und angeeignet. Auch ahnen machen Vogelarten, wie der Star, Handyklingeltöne nach, um besser bei den Weibchen anzukommen. 

Nicht nur bei uns Menschen gibt es Dialekte, auch in der Vogelwelt bilden sich diese aus. Laut einer Studie klingen in Nordamerika die Gesänge von der gleichen Art je nach Höhenlage anders. Hier in Deutschland sind die Dialekte im Vogelgesang durch Seen und Berge abgetrennt. Gewisse Unterschiede sind auch bei Stadt- und Landvögeln zu erkennen. Amseln zum Beispiel, singen in der Stadt lauter und höher, da die Geräuschkulisse sehr stärker ist. Auch geben künstliche Lichter eine andere Uhrzeit vor, was dazu führt, das Vögel früher und sogar schon Nachts anfangen zu singen.

Der Gesang findet aus zwei Gründen statt. Die Männchen sind oftmals zuerst am Brutplatz und markieren mit ihren lieblichen Tönen ihr Revier vor gleichgeschlechtlichen Rivalen. Zum anderen nutzen die Männchen ihr Lied um die Weibchen zu bezirzen. 

Dabei muss das Lied aber komplex und vielseitig sein, denn viele Weibchen erkennen die Variabilität im Männchengesang als Zeichen für Fitness und Stärke. Und um in der Masse an Melodien nicht unter zu gehen, haben sich unterschiedliche Vogelarten verschiedene Zeitpunkte ausgesucht um Ihr Lied darzubieten. (Vogeluhr) 

Während der Jungenaufzucht wird es still in der Vogelwelt, denn Gesänge würden hier nur die Aufmerksamkeit auf den Nachwuchs lenken. Jedoch wird nicht nur im Frühjahr geträllert, denn die männlichen und weiblichen Standvögel zwitschern im Winter wieder mehr, umso ihr Revier und ihr Futterradius zu vergrößern.