Zwei Schwalben

Die Schwalbe macht den Sommer

Tipps für ein schwalbenfreundliches Haus
10. Juni 2021

Knapp die Hälfte des Jahres lebt die Schwalbe bei uns, den Winter verbringen die süßen Piepmätze in wärmeren Gefilden. Schwalben zählen zu den bekanntesten und beliebtesten Wildvögeln Deutschlands, und sind in unseren Dörfern, Bauernhöfen und auch Städten ein gern gesehener Besucher. Da die herrlich blau schimmernden Vögelchen pünktlich zum Sommerbeginn, spätestens also im Mai, aus ihren Winterquartieren wieder in unsere Gärten zurückziehen, heißen wir die gefiederten Freunde gern als Sommerboten willkommen. Daher kommt übrigens auch das bekannte Sprichwort.

Über hunderte Generationen hinweg war die Schwalbe ein ganz selbstverständlicher gefiederter Mitbewohner. Immer seltener finden die kleinen Vögelchen geeignete Nistplätze - und auch die natürlichen Nahrungsquellen der Schwalbe werden in unseren Wohnsiedlungen knapp. In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen für unsere geflügelten Freunde deutlich verschlechtert, und die Schwalbe steht mittlerweile sogar unter Artenschutz. Daher hat der NABU nun das Projekt "Schwalbenfreundliches Haus" gestartet, mit dem auch Sie einen Teil dazu beitragen können, dass sich die Schwalben bei uns wieder wohl fühlen!

Schwalbe auf Ast

Tipps für ein schwalbenfreundliches Haus

Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen auch Sie etwas dazu beitragen können, damit sich die süßen Sommerboten bei Ihnen zuhause pudelwohl fühlen. Von Kunstnestern über Kotbrettchen bis zu Lehmpfützen können Sie viel tun, um Ihren Garten naturnah zu gestalten, und ein echtes Schwalbenparadies zu erschaffen! 

Insektenfreundliches Gärtnern

Da die süßen Schwalben Insektenfresser sind, ist es besonders wichtig, einen naturnahen Garten zu schaffen, um den Piepmätzen auf diesem Weg ausreichend Nahrung zur Verfügung zu stellen. Der Großteil des Speiseplans für Schwalben besteht aus Mücken, Fliegen und Blattläusen, die sie zumeist sogar direkt im Flug erbeuten. Eine Vielfalt an heimischen Blumen, Sträuchern und Bäumen lockt eine Horde von Insekten an, welche die Vögelchen dann verputzen können. Besondere Leckerbissen sind außerdem auch knusprige Käfer, Libellen, und manchmal auch Spinnen. So haben nicht nur die Schwalben ausreichend Futter für sich selbst, sondern können auch ihren hungrigen Nachwuchs bestens verpflegen. 

Verzichten Sie beim Gärtnern daher auf den Einsatz von Pestiziden und setzen Sie stattdessen auf biologischen Pflanzenschutz, um den Schwalben nicht ihre Nahrungsquelle zu nehmen. Eine wild-wachsende Ecke mit Unkraut und Wildkräutern eignet sich hervorragend, um den Vögelchen ein paar "Leckereien" zu kredenzen.

Kunstnester anbringen

Für den Bau ihrer Nester verwenden Schwalben Lehm. Die Nester bauen sie bevorzugt direkt unter Dachvorsprünge, da sie hier nicht nur vor Wind und Wetter, sondern auch vor potentiellen Fressfeinden richtig gut geschützt sind. Leider halten die Lehmnester der süßen Piepmätze an den glatt verputzten Hauswänden unserer Häuser nicht gut und die Nester fallen leicht ab, sobald die Vogeljungen etwas größer und schwerer geworden sind. Als Grundlage für ein Schwalbennest können Sie einfach ein mit Kaninchendraht überzogenes Brett unter dem Dachvorsprung anbringen. So beugen Sie der Absturzgefahr des Nestes ganz einfach vor. Die Kunstnester für ein gemütliches Schwalbenheim können Sie ganz einfach selbst bauen, oder aber auch im Fachhandel erwerben.

Achten Sie aber unbedingt darauf, dass Mehlschwalben und Rauchschwalben ihre Nester unterschiedlich bauen! Mehlschwalben mögen es gern gut geschützt gleich unter dem Dachgiebel oder an Garagen in mindestens zweieinhalb Metern Höhe. Rauchschwalben hingegen bevorzugen möglichst halbdunkle Räume, die frei von Zugluft sind. Am wohlsten fühlen sich dabei in Scheunen oder Ställen. Zwischen Nestoberkante und Decke benötigen sie in etwa 15 Zentimeter Platz. Außerdem nisten sie gern ab einer Höhe von 2 Metern. Um auch Rauchschwalben eine Möglichkeit zu geben, bei Ihnen zu nisten, sollten Sie bereits zu Frühlingsbeginn alle Einflugmöglichkeiten an Ställen und Scheunen offen halten. Somit können die Piepmätze dort ihre Nester bauen, und ihre Mini-Piepmätze aufziehen.

Schwalben-Wissen

  • Schwalben überwintern in den Monaten von Oktober bis März in südlicheren Breitengraden. Zumeist lassen sie sich in den kuschlig-warmen Gegenden südlich der Sahara nieder. 
  • Die Vögelchen sind sogenannte "brutplatztreue" Piepmätze. Das bedeutet, dass Ihre gefiederten Freunde Jahr für Jahr an ihre alten Niststandorte zurückkehren. So haben sie nach dem anstrengenden Rückflug aus dem Winterurlaub direkt ihr gemütliches Zuhause, um sich dort zu entspannen und auf die Brutsaison vorzubereiten.
  • Schwalben sind ergebene und fürsorgliche Eltern. In jeder Saison brüten sie sogar zwei bis drei Mal, und kümmern sich intensiv um die Aufzucht ihrer Mini-Piepmätze. Auch außerhalb des Nestes werden die Kleinen von den Eltern noch mit köstlichen Insekten gefüttert.
  • Bis zu 8.000 Mal füttern die Schwalben-Eltern ihre Jungen. Das macht im Schnitt ganze 250.000 verputzte Insekten!
  • Die blau-schillernden Piepmätze wurden früher als Glücksbringer verehrt.
  • Sie erkennen die Schwalbe an ihrem charakteristischen, zarten "schrrip, schrrip, schrrip".


NABU-Plakette für Ihr „Schwalbenfreundliches Haus“

Um besonders auf die Bedrohung der Schwalbe aufmerksam zu machen, hat der NABU die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" ins Leben gerufen. So möchte die Organisation Sie dafür begeistern, aktiv am Artenschutz der beliebten Vögel mitzuwirken. Wenn Sie bereits Schwalbennester an oder in ihren Gebäuden pflegen, und Sie die süßen Piepmätze zu Ihren Mitbewohnern zählen können, dann können Sie sich beim NABU sogar um eine tolle Plakette für Ihr Haus bewerben!