Faszination Vogelnester: 
Wenn Vögel zu Architekten werden

25. März 2022

Die Bäume und Büsche sind zwar noch kahl, doch im Geäst ist bereits einiges los: Allmählich beginnen die heimischen Wildvogelarten mit dem Nestbau oder der Nestsuche für die kommende Brutzeit. Heute blicken wir mit Ihnen auf die verschiedenen Nesttypen. Denn es gilt: Nicht jedes Vogelnest ist gleich!

 

Jedes Vogelnest ist auf seine Art besonders

Eine Eigenschaft haben alle Vogelnester gemeinsam: Sie müssen zuverlässigen Schutz vor Raubtieren bieten und Küken schützen. Hierzu folgen Vögel ihren intuitiven Bauplänen, weshalb sich die gebauten Nester schließlich von Vogelart zu Vogelart optisch unterscheiden.

 

Rund und kompakt: Das „typische“ Vogelnest

Bei einem klassischen Vogelnest ist eine offene, napfförmige Form typisch. Jedoch unterscheiden sich die Nester in zwei wesentlichen Eigenschaften: Dem Baumaterial und wie dieses verarbeitet wird. So fertigt der Buchfink beispielsweise ein sorgsames Geflecht aus Halmen und Moos und polstert die Brutfläche des Nestes mit Haaren und Federn ab. Die Bachstelze hingegen nimmt es nicht ganz so genau mit der Ordnung: Ihr Nest gleicht einem wirren Haufen aus Wurzeln, Moos, Blättern und Halmen.

Einige Vogelarten werden beim Nestbau kreativer

Nicht jeder Vogel setzt beim Bau des Nestes auf das klassische Muster: Sogenannte „Höhlenbrüter“ nutzen natürliche Höhlen in Baumstämmen oder anderen Höhlungen. Der Specht schlägt hierfür seine Brutstelle mühevoll in den Baum seiner Wahl hinein. Hierfür braucht er in etwa vier Wochen. Der Kleiber baut sich seine Stammhöhle zwar nicht selbst, bezieht jedoch freistehende Höhlen und verkleinert deren Eingang mit feuchtem Lehm. So wird größeren Feinden des Vogels der Eintritt verwehrt.

Des Weiteren gibt es sogar Vogelarten, die gar kein Nest bauen: Der Flussregenpfeifer brütet meist in Kiesmulden auf dem Boden. Der Kuckuck hält sich sogar komplett aus der Erziehung seiner Kinder heraus: Er legt seine Eier in die Nester fremder Vogelarten ab, sodass die Küken von Adoptiveltern großgezogen werden.

Vögel beim Nestbau beobachten: Das ist zu beachten!

Gerade zum Frühlingsanfang, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, lohnt sich ein Spaziergang an der frischen Luft. Denn wer aufmerksam die Augen offen hält, könnte eventuell Vögel beim Nestbau entdecken. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen bei Ihrer Nestbau-Erkundungstour!

  1. Die meisten einheimischen Vogelarten beginnen mit dem Frühlingsanfang den Bau ihrer Nester. Halten Sie jetzt bereits Ausschau nach Vögeln, die mit Zweigen oder anderen Baumaterialien durch Ihren Garten und Ihre Gegend fliegen.
  2. Vögel sind zur frühen Morgenstunde besonders aktiv. Daher empfiehlt es sich in der Früh Ausschau nach bauenden Vögeln zu halten.
  3. Ein Spaziergang im örtlichen Park oder im Wald erhöht die Chance, Vögel beim Bau oder bei der Reparatur der Nester zu entdecken. Da die Bäume noch nicht belaubt sind, sind Nistplätze besser sichtbar.
  4. Sobald Sie eine Neststelle entdeckt haben, sollten Sie den Bau aus einer Stelle beobachten, von der Sie das Nest gut sehen können. Achten Sie darauf, die Vögel nicht zu stören.
  5. Ein Fernglas und eine Kamera können sehr hilfreich sein, um die entdeckten Arten richtig zu identifizieren. In unserem Vogellexikon finden Sie nähere Informationen zu den typischen Wildvögeln Ihrer Region.

Wir wünschen viel Spaß beim Beobachten der kleinen Architekten!