Hilfe für Vogelwaisen

So helfen Sie verwaisten Vogeljungen
12. Juli 2021

Die Brutsaison neigt sich dem Ende und viele junge Vögelchen sind jetzt schon groß genug, das heimische Nest zu verlassen und sich auf die ersten eigenen Abenteuer zu begeben. Dieses erste Abenteuer ist ziemlich aufregend für die kleinen Piepmätze und so brauchen sie hin und wieder eine kleine Pause, um sich auszuruhen und ihre Umgebung zu beobachten. 

Irrtümlicherweise werden die Jungvögel von vielen Spaziergängern und Vogelfreunden als verwaist, verletzt oder zurückgelassen wahrgenommen. Doch das ist zumeist gar nicht der Fall, denn viele der kleinen Vögel verlassen das kuschlige Nest bereits schon, bevor ihr Gefieder vollständig entwickelt ist. Dadurch erscheinen die Piepmätze jünger und hilfloser, als sie es eigentlich sind. Bei ihren ersten Ausflügen werden die Vogeljungen noch von ihren Eltern begleitet, auch, wenn Sie diese nicht in der Nähe sehen können. Viele junge Vögel verlassen noch flugunfähig das heimische Nest und werden von ihren Eltern auf dem Boden weiterhin gefüttert und umsorgt. Dies ist ganz natürlich, denn auf diese Weise verhindern die Vogeleltern, dass ihre gesamte Brut Fressfeinden wie Katzen oder Mardern zum Opfer fallen. 

So werden jedes Jahr viele Jungvögel irrtümlicherweise als verwaist von hilfsbereiten Vogelfreunden aufgenommen, um gepflegt zu werden. Das ist aber bei aller Tierliebe leider nicht hilfreich, denn nur in den seltensten Fällen werden die Vogeljungen wirklich von ihren Eltern zurückgelassen. 

Vogeljunges

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen die kleinen Vögelchen nämlich nur dann vom Menschen aufgenommen werden, wenn sie sichtbar verletzt oder krank sind. Nur dann sind sie tatsächlich hilflos und auf die Unterstützung von Vogelfreunden angewiesen! Denn die Aufzucht durch den Menschen kann die Fürsorge der Vogeleltern nicht ersetzen und hilft den Jungtieren nur im absoluten Notfall, beispielsweise dann, wenn das Nest durch ein Unwetter zerstört wurde. Vom Menschen aufgezogene Vögelchen haben deutlich schlechtere Überlebenschancen als in der Natur, auch bei fachgerechter Pflege. 

So können Sie den kleinen Piepmätzen helfen

Sollten Sie ein vermeintlich verwaistes oder hilfloses Jungvögelchen entdecken, bewahren Sie also erstmal Ruhe. Beobachten Sie das kleine Vögelchen zunächst aus sicherer Entfernung, um festzustellen, ob die Vogeleltern ihrem Kind zu Hilfe kommen. Erst, wenn das Jungtier nach zwei bis drei Stunden immer noch allein an derselben Stellen sitzt, sollten Sie einschreiten. Auch in Gefahrensituationen können Sie dem kleinen Vogel direkt helfen. Sollte es beispielsweise allein auf der Straße sitzen, können Sie es vorsichtig wegtragen und an einem gut geschützten Ort wieder absetzen. Dieser darf sich aber nicht weit vom Fundort entfernen, da die Vogeleltern ihr Kind sonst vielleicht nicht wiederfinden können. Da unsere heimischen Wild- und Waldvögel keinen ausgeprägten Geruchssinn haben, brauchen Sie sich keine Sorgen darüber zu machen, dass die Vogeleltern ihr Junges aufgrund des fremden Menschengeruchs verstoßen würden. 

Idealerweise wenden Sie sich direkt an eine Vogelauffangstation oder Vogelpflegestation in Ihrer Nähe. Bei Tierärzten und den regionalen Gruppen des NABU können Sie sich erkundigen, wo Sie das Vogeljunge in die Obhut geben können. Die Vogelauffang- und pflegestationen kümmern sich dann um die tier- und artgerechte Aufzucht des Vogelküken. Durch die fachgerechte Pflege kann so die Gefahr der Fehlprägung auf den Menschen vermieden werden, die eine spätere Wiederauswilderung unmöglich machen würde. Viele Jungvögel sterben jedes Jahr durch gut gemeinte, aber leider falsche Versorgung durch eifrige Vogelfreunde. 

Am besten können Sie den jungen Abenteurern und ihren Eltern unter die Flügel greifen, indem sie die Piepmätze während und nach der Brutsaison bei der Futtersuche unterstützen. Unser Welzhofer Aufbaufutter wurde speziell zur schnellen Stärkung von Jungvögeln und ihren Eltern entwickelt. Vogeleltern können das feine Futter rasch zur eigenen Stärkung aufpicken oder dieses vorverdaut ihren Vogelbabies füttern. Achten Sie bei der Zufütterung unbedingt darauf, die Futterstelle regelmäßig gründlich zu reinigen, und außerhalb der Reichweite von natürlichen Fressfeinden, wie Katzen oder Mardern, aufzustellen.