Hör mal, wer da zwitschert!

24. Juni 2022
Der frühe Vogel fängt den Wurm – und hört seine gefiederten Artgenossen lauthals durch die Gärten und Wälder zwitschern. Da sich die Brutzeit vieler unserer einheimischen Wild- und Gartenvögel über den Juni erstreckt, gibt es aktuell jeden Morgen besonders viel auf die Ohren. Die singfreudigen Piepmätze orientieren sich nämlich am Sonnenaufgang, der als Referenzzeitpunkt das morgendliche Vogelorchester einläutet. Dabei ist der Gesangseinstieg der verschiedenen Vogelarten genauestens auf die Minute getaktet
 
 

Piep, piep! Wer zwitschert denn da so früh am Morgen?

Dirigent ist stets der Gartenrotschwanz, der bereits 80 Minuten vor Sonnenaufgang die ersten Melodien anstimmt. Knapp zehn Minuten später klinkt sich der Hausrotschwanz mit ein, und wird schon kurz darauf von der Rauchschwalbe begleitet. Wer diesen drei Vögelchen täglich lauscht, gehört wohl zu den motivierten Frühaufstehern, die ihren morgendlichen Kaffee noch vor der Dämmerung genießen - denn noch ist es draußen stockdunkel!

Erst Kuckuck und Rotkehlchen leiten anschließend den Sonnenaufgang gebührend ein und sorgen für eine abwechslungsreiche Note innerhalb des Orchesters.  Schon bald lässt sich ein buntes Durcheinander an gezwitscherten Tönen vernehmen - Entdecken Sie dazu unsere Vogel-Uhr!
Vogeluhr

 

Vielleicht erkennen Sie den ein oder anderen Piepmatz aus Ihrem Garten wieder...

Raus aus den Federn & Ohren spitzen - So erkennen Sie Vogelarten anhand ihrer Stimmen!

Anfangs ist es schwierig sich auf einen Gesang zu konzentrieren, geschweige denn diesen einer Vogelart zuzuordnen. Versuchen Sie daher im ersten Schritt auf den auffälligsten Gesang zu achten und direkt Ausschau nach dem singenden Vogel zu halten. Menschen orientieren sich hauptsächlich visuell, daher hilft es eine gedankliche Verbindung zwischen Vogel und Gesang zu schaffen. Zudem ist es hilfreich, sich vor der Beobachtung mit den Gesängen der Vögel vertraut zu machen, die Sie öfter im Garten sichten.

Einige Gesänge lassen sich gut mit Lauten beschreiben. Versuchen Sie daher auf die charakteristischen Klanglaute und Melodien des Vogels zu achten und geben Sie diesen in eigenen Worten wieder. Zum Beispiel: Hören Sie ein "tschirp, tschirp", "da, di, da" oder ein eindringliches Pfeifen? Hierdurch lassen sich die Laute besser wiedererkennen und leichter zuordnen.

Nicht zuletzt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Das Erlernen der akustischen Vogelbeobachtung gelingt nicht von einem Tag auf den anderen. Jedoch ist analysierendes Zuhören lernbar. Wer somit fleißig dran bleibt, wird mit Mal zu Mal besser. Ach ja: Eine Liste mit den am häufigsten auftretenden Vogelarten finden Sie in unserem Vogellexikon. Zudem können Sie sich hier das kostenlose Vogelforscher-Tagebuch von Vögel im Naturgarten herunterladen. Damit wird das Beobachten zum Spaß für die ganze Familie!