Entschuldigung, wo geht es zum Buffet?
08.08.2020
Die erste Hälfte des Igeljahres ist vorbei und darin ist viel passiert. Die Igel sind aus dem Winterschlaf erwacht oder wurden gut ernährt wieder ausgewildert. Dabei ist zu beachten, dass Igel am besten an der gleichen Stelle wieder ausgesetzt werden, an der sie auch gefunden wurden. Da die Igel bis zu 40% ihres Körpergewichtes verloren haben, müssen Sie jetzt ganz schön viel nachholen. Dabei gehen sie oft auch gefährliche Wege.
So heißt es erstmal Nahrung suchen, denn der Hunger ist groß. Und nach dem großen Hunger kommt im Sommer die große Paarungszeit. Wenn sich dann zwei Igel gefunden haben und das Weibchen trächtig ist, wird ein Igelnest gebaut. Diese werden gezielt in undurchdringlichen Gebüschen, Hecken oder Laubhaufen platziert. Sollte aber ein Nest doch unabsichtlich aufgedeckt oder gefunden werden ist es wichtig, das Nest nicht zu verändern und sich zügig zu entfernen. Igelmütter sind nämlich extrem empfindlich und können im schlimmsten Fall ihre Igeljungen zurück lassen. Viele Igel verlagern bei einem Nestfund aber ihre Babys in ein Notnest. Das ist allerding mit einigen Strapazen verbunden.

Die Hauptwurfzeit der Igelweibchen ist im August/September. In warmen Gegenden gibt es am Juni/Juli schon junge Igel. Nach einer Tragzeit von ca. 35 Tagen kommen zwischen zwei und sieben Igelbabys zur Welt. Nach guten drei Wochen verlassen die Igelkinder ihr Nest und erkunden das elterliche Revier. Dabei wird die erste Nahrung gesucht, eine Anweisung der Mutter gibt es hierbei nicht, da sie jetzt bereits Futterkonkurrenten sind. Nach sechs Wochen sind die Igel selbstständig und machen sich auf den Weg ihre Fettpolster anzufressen.

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Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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