Gartenvögel früh anfüttern!
02.09.2019
Leuchtende Früchte an Bäumen und Sträuchern, sich bunt färbendes Herbstlaub an vielen Gehölzen - für Gartenvögel verändert sich in diesen Wochen ihre Lebenssituation erheblich. Für sie beginnt nach "Häusle bauen" und Aufzucht der Bruten im Frühjahr und Sommer nun eine ruhige Zeit. So haben die Tiere jetzt nicht mehr zahlreiche hungrige Schnäbel zu füttern, sondern nur noch ihre eigenen. Aber selbst das ist im Winterhalbjahr strapaziös und energieaufwändig genug. Nicht allein, dass Nahrung aus Garten oder freier Wildbahn nun naturgemäß knapper wird.
Auch die Tage sind merklich kürzer: Die Vögel müssen die wenigen vorhandenen Futterquellen in kürzerer Zeit aufstöbern, um von Tag zu Tag erneut über die Runden zu kommen.
Ein lieb gewonnenes Naturerlebnis bedeutet es vielen Menschen heute, Gartenvögel rund um Haus und Hof zu füttern. Wer das, entsprechend den aktuellen Empfehlungen der Vogelschützer, bereits ganzjährig tut, wird dabei erfahren haben, wie dankbar die Vogelschar dieses Angebot annimmt.

Wer allerdings nur in der kalten Jahreszeit "seine" Vögel mit Nahrung unterstützen will, sollte rechtzeitig den gefiederten Freunden helfen, ihre Futterversorgung für den Winter zu planen. Es reiche nämlich nicht aus Gartenvögeln bei Eis und Schnee spontan Futter anzubieten: Es ist sinnvoll, bereits ab September die Futterstationen einzurichten und fortan regelmäßig zu bestücken, damit die Tiere sie entdecken können und sich an sie als eine zuverlässige Nahrungsquelle auch gewöhnen. Müssten die Vögel bei plötzlich extremen Witterungsbedingungen erst mit der Suche nach einer Notversorgung beginnen, kann es für viele schon zu spät sein.

Wenn ich hungrig auf der Suche nach einem Restaurant auf der Hauptstraße unterwegs bin und nicht weiß, dass in der Seitenstraße eines ist, fahre ich zwangsläufig daran vorbei. Ähnlich ergeht es den Gartenvögeln, die Lage und Versorgungsgrad einer Futterstelle im Garten erst einmal kennenlernen müssen, um sie dann, wenn es darauf ankommt, sofort anfliegen zu können.

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Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm