Kohlmeise an der Vogeltränke
14.01.2019
Wasser zum Trinken brauchen Vögel vor allem in der hochsommerlichen Hitze, könnte man meinen. Das stimmt auch, aber nicht nur: Im Sommer ernähren sich viele Gartenvögel von frischen Früchten, Insekten und Raupen und nehmen dabei gleichzeitig einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs auf. In der kalten Jahreszeit ist dieses wichtige Feuchtfutter hingegen meist nicht verfügbar. Mit Körnerfutter, fettummantelten Haferflocken und gedarrten Beeren aus Menschenhand, versorgen sich die Vögel nun hauptsächlich mit trockener Nahrung. Umso wichtiger ist es, dass es Wasserstellen gibt, an denen sie ihren Durst löschen können
Wir raten daher, Gartenvögeln auch im Winter ausreichend Wasser anzubieten. Benutzen Sie dafür einfach weiterhin die Sommertränke oder verwenden Sie einen sauberen Blumentopfuntersetzer oder eine andere, nicht zu hohe Schale. Ein flacher Wasserstand von etwa zwei Zentimeter ist günstig, um die Vögel bei kalten Temperaturen nicht zum Baden zu verleiten.

Tränken eisfrei halten

Wenn draußen Minustemperaturen herrschen, sollte darauf geachtet werden, dass die Flüssigkeit in der Vogeltränke nicht gefriert. Alkohol oder Frostschutzmittel haben in dem Trinkwasser natürlich nichts zu suchen. Am einfachsten ist die Frostüberwachung der Tränke, wenn sie nahe einem Fenster und damit in Sichtweite aufgestellt wurde. Dann sieht man sofort, ob sich Eis bildet. Falls ja, geben Sie einfach warmes Wasser dazu. Dann haben die Tiere die Möglichkeit und genügend Zeit sich zu versorgen. Bei Dauerfrost sollte man das Prozedere zwei bis drei Mal am Tag wiederholen.

Heute gibt es auch andere, technische Möglichkeiten die Tränke eisfrei zu halten: beispielsweise kleine Heizkabel oder Wärmematten, wie sie Gartencenter für die Jungpflanzenanzucht empfehlen. Sogar beheizbare Vogeltränken werden im Fachhandel angeboten. Mithilfe einer Zeitschaltuhr wird bei den elektrischen Geräten sichergestellt, dass das Wasser einige Stunden am Tag nicht gefriert. In der Regel werden Vogeltränken im Garten und auf dem Balkon in der kalten Jahreszeit von den Tieren sehr gut angenommen. Deshalb sollte man genau wie im Sommer die Schalen etwa wöchentlich mit Bürste und heißem Wasser reinigen und auch das Umfeld sauber halten. Eine Arbeit, die sich lohnt, denn wer neben dem obligatorischen Futterplatz auch eine Tränke aufstellt, lockt noch mehr interessante Vögel in seinen Garten. So lassen sich auch Arten beobachten, die man sommertags nur selten zu Gesicht bekommt: beispielsweise Hauben- und Schwanzmeisen, Bergfinken, Erlen- oder Birkenzeisige – oder sogar die seltenen Wintergoldhähnchen.

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Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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