In die Kinderstuben geguckt
01.04.2019
Gartenvögel haben ganz unterschiedliche Vorlieben, wenn es um die Wahl ihres Nistplatzes geht. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Brutunterstützung aus Menschenhand nehmen sie gerne an.

Haussperlinge gelten als ausgesprochene "Schlamper" beim Nestbau. Ihre Kinderstuben wirken grob und strubbelig, weil sie alles darin verwurschteln, was ihnen als halbwegs nestfähig erscheint: trockene Grashalme, fremde Federn, Bindfäden, Fetzen von Kunststofffolien und vieles mehr. All das verarbeiten sie eher grobmotorisch zu einem Nest, beispielsweise unter der untersten Reihe Dachziegeln eines Gebäudes. Ganz anders geartet sind die fein konstruierten Nestkugeln der Zaunkönige, die sie in dichtem Gezweige von Gartengehölzen nur wenig über dem Boden errichten.
Buchfinken weben ihre moosgepolsterten Brutstätten gerne in Astgabeln von Bäumen und großen Gartensträuchern, und Amseln kleiden ihre bevorzugt aus Heu und zarten Pflanzenwurzeln entstandenen Nester innen mit Lehm aus. Meisen sind ebenso wie Stare auf eine Nisthöhle angewiesen. Auch die nächsten Verwandten vom Haussperling, die Feldsperlinge, nehmen solche Höhlen gerne an. Um mehr Vögel zum Brüten in den eigenen Garten zu locken: Nisthilfen sollten möglichst frühzeitig im Jahr aufgehängt werden, denn schon im Spätwinter schauen sich die Vögel um, wo geeignete Brutmöglichkeiten vorhanden sind. Die Kästen müssen senkrecht angebracht werden und dürfen nicht gekippt sein. Idealerweise ist das Einflugloch nach Südosten ausgerichtet, also in Richtung Sonnenaufgang. Die Kästen sollten etwa drei bis vier Meter hoch hängen und unerreichbar für Katzen oder andere Räuber sein. Auch ein freier Anflug ist empfehlenswert.

Ausreichend Nahrung für Alt- und Jungtiere

Zwei Bruten in einem Jahr sind bei den meisten unserer Gartenvögel die Regel - vor allem dann, wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Hier hat sich die Ganzjahresfütterung der Tiere bewährt. Selbst früher weit verbreitete Arten wie der Haussperling sind heute im Bestand stark dezimiert. Sie werden dort immer seltener, wo die Tiere in ausgeräumter Kulturlandschaft zunehmend weniger natürliche Nahrungsquellen finden empfiehlt es sich zur Brutunterstützung neben dem Aufhängen von Nistkästen und dem Anpflanzen einheimischer Vogelschutz- und Nährgehölze im Garten auch eine regelmäßige Kombi-Fütterung mit Aufzucht- und Fettfutter: „Das Welzhofer Aufbaufutter enthält ausgesuchte Zutaten, die es den Alttieren erheblich erleichtert, all die hungrigen Schnäbel zu stopfen. Vor allem die gemahlenen Insekten sind proteinreich und unterstützen das Wachstum der Küken. Das Fettfutter ist eine Turbo-Energiequelle für die Elternvögel, die während der anstrengenden Brutsaison im Dauerstress sind. Kohlmeisen etwa, haben oft sechs oder sieben, gelegentlich sogar zehn Junge im Nest, die versorgt werden wollen.

Vögel verlieren ihren natürlichen Jagdtrieb nicht, das ist wissenschaftlich bewiesen. Die Vogelpopulationen profitieren davon, wenn sie besser versorgt sind und mehr Bruten sicher durchbringen. Ganzjahresfütterung und Brutfürsorge ist gerade für Menschen, die Freude daran haben, eine bunte Artenvielfalt von Vögeln im eigenen Garten zu beobachten, empfehlenswert. Demzufolge stimmt es nicht, dass Vögel bei Zufütterung aus Menschenhand Blattläuse und andere Insekten im Garten verschmähen würden.

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Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm