So bleibt es den Vögeln und Eichhörnchen warm
03.11.2020
Wenn wir uns an kühlen Tagen in unserem warmen Zuhause verkriechen, beobachten wir gerne vom Fenster aus das Treiben unserer hungrigen Gartengäste. Unter Tage sind Wildvögel und Eichhörnchen zu sehen, die während der kurzen Tage so viel Nahrung wie möglich suchen. Doch was passiert in den kalten Winternächten mit Wildvögeln und Eichhörnchen?
Eichhörnchen halten Winterruhe in ihren Schlafnestern, auch Kobel genannt. Aus ihrem Schlaf erwachen sie nur zur Nahrungsaufnahme und zur Fortpflanzung.
Ein Kobel besteht meist aus Zweigen die mit Moos und Gras ausgepolstert sind. Um bei Gefahr schnell aus ihrem Nest flüchten zu können, gibt es hier zwei Eingänge. In diesem Fall haben Hörnchen immer bis zu fünf weitere Nebennester zur Auswahl. Diese sind jedoch einfacher gebaut und dienen eher als Schutz und nicht als Schlafplatz. 

Viele höhlenbrütende Vogelarten wie Meisen, Kleiber und Sperlinge schlafen in Nistkästen und Baumhöhlen. Die freibrütenden Arten wie Buchfink und Mönchsgrasmücke verbringen kalte Nächte in Hecken, Sträuchern und Bäumen. Um es sich noch gemütlicher zu machen, schließen sich Zaunkönige, Baumläufer und Goldammern zu Schlafgemeinschaften und kuscheln sich warm. In extrem kalten Nächten fahren Vögel ihre Körpertemperatur runter und fallen in eine Art Starre. 

Vögel plustern sich im Winter auf, um durch das dabei entstehende Warmluftpolster die Körpertemperatur bei knapp 38 Grad zu halten. Da Vögel aber keine Federn an den Beinen haben, kann hier die Wärme verloren werden. Zum Glück gibt es das zirkulierende Blut, das die Wärme an die Beine abgibt und diese aber trotzdem auf fast Null Grad runterkühlt. Dadurch sterben die Beine nicht ab und die Vögel gefrieren nicht an. Um Wärme aufzunehmen dienen den Vögeln ihre dunklen Stellen im Gefieder.

Auch ziehen einige Standvögel in den kalten Monaten lieber in Dörfer und Städte, da hier die Temperatur meist um bis zu einen Grad höher liegt. Auch bieten Futterstellen, Abfälle und Komposthaufen bessere Chancen gut durch den Winter zu kommen.  Da der Winter allerdings in den letzten Jahren immer milder geworden ist, bleiben nun auch viele Vogelarten, die normalerweise weg fliegen, hier. Die Mönchsgrasmücke und der Hausrotschwanz überwintern zum Beispiel bei uns. Standvögel haben im Gegensatz zu den Zugvögeln einige Vorteile. Da sie ja bereits in Brutgebieten überwintern, können hier als erstes die besten Plätze herausgesucht werden. Sobald die Zugvögel bei uns wieder ankommen, müssen sie sich die Gebiete aussuchen, an denen überhaupt noch Plätze zu finden sind.

Wie können wir helfen?

Ein naturnaher Garten bietet auch im Winter einige Schlafmöglichkeiten. Je dichter das Geäst und je mehr Nistkästen, desto besser. Nistkästen sollten zweimal im Jahr gereinigt werden. Einmal im Spätsommer, wenn alle Bruten geschlüpft sind und Ende des Winters, wenn die Nächte wieder wärmer werden. Eichhörnchen nehmen auch gerne unsere Stoffe als Wärmedämmung für ihre Kobel. Einfach kleine Quadrate aus Baumwolle oder Fleece ausschneiden und an einen trockenen Ort auf Balkon und Garten anbieten.

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Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm