Amselnest
28.02.2019
In den meisten Gegenden ist Ende Februar die Frist, bis zu der der Winterschnitt an Gehölzen in Garten, Feld und Flur erledigt sein muss. Ab Spätwinter nämlich wieder, machen sich Singvögel auf erneute Wohnungssuche.

Die Ausschau der gefiederten Gartenfreunde nach geeignetem Wohnraum, geschieht schon lange vor dem Nestbau. Startet der Vogelgesang alljährlich ab Spätwinter, so ist das das sichere Zeichen für die begonnene Revierbildung. Über den Winter gestorbene Altvögel eröffnen zu besiedelnde Territorien, Jungvögel des Vorjahres sind auf der Suche nach freien. Um diese Zeit sieht man besonders häufig, wie Hähne verschiedener Arten einander hinterher jagen oder - oft bei Amseln zu beobachten - sich wild umeinander flatternd mit Schnäbeln und Krallen prügeln. Hier nun, spielt die winterliche Gehölzpflege mit hinein. Nicht nur Menge und Artenvielfalt speziell von Vogelbrut- und Nährgehölzen zieht Flattermänner auf das Gelände von Haus und Hof. Auch die Art und Weise der Gehölzpflege verstärkt diesen gewollten Effekt.

Lichten Sie beim Winterschnitt Ihrer Gehölze fachgerecht aus. Halten Sie sie andererseits ausreichend dicht, dass sie für Gartenvögel als Rückzugsort oder Niststelle attraktiv bleiben. Besonders die so genannte Quirlbildung sorgt für tolle potenzielle Neststandorte. Dabei werden lange senkrechte Triebe von Gehölzen auf etwa Brusthöhe oder höher so abgeschnitten, dass sie an dieser Stelle mehrere Neutriebe schieben. Sind die im Herbst fertig ausgebildet, formen sie miteinander eine Art Zweigtrichter, an dessen Basis - also quasi auf der Schnittstelle des vorangegangenen Frühjahrs - sie es Singvögeln ermöglichen ein Nest besonders stabil zu verankern. Speziell Finken nehmen solche Zweigquirle gerne als Anreiz zum Nestbau an.

Wenn Sie jetzt bei der Garten(Gehölz)Pflege alte Vogelnester entdecken, so entfernen Sie sie. Sie werden nicht wieder besiedelt. Entfernen Sie sie sehr sorgfältig, also samt anhaftender Reste. Wenn nämlich "Wohnungsschutt" vom Vorgänger zurückbleibt, verleitet das die neu interessierten Nestbauer dazu, anzunehmen, dass hier bereits die ersten Halme und Moose für einen Neubau angeliefert worden sind, und sie halten diese Stelle dann für bereits belegt.

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Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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