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Eichelhäher

Eichelhäher
Eichelhäher
Garrulus glandarius
März - August
1
32 - 35 cm
52 - 58 cm
ca. 170 g


Merkmale:
Der Eichelhäher ist ein imposanter Vogel. Sein kräftiger Schnabel ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Das Auge ist auffällig hell, oftmals bläulich und weist einen rötlichbraunen Innen- und Außenring auf. Stirn und Scheitel sind weißlich mit schwarzen, feinen Streifen. Besonders auffällig ist ein stark kontrastierender, schwarzer Bartstreif. Kinn und Kehle sind weiß.
Ein rötliches Beige zieht sich von den Ohrdecken, den Halsseiten und dem Nacken bis auf den Rücken, die Schultern und die Unterseite. Die untere Bauchseite, die Unterschwanzdecken und der Bürzel sind weiß gefärbt – der Schwanz ist schwarz. Hierzu kontrastiert v.a. der weiße Bürzel und bietet dem Beobachter somit ein hervorragendes Erkennungsmerkmal im Flug. Am Flügel bestehen ebenso schwarze Partien. Besonders hervorzuheben sind jedoch die himmelblau gefärbten Gefiederpartien am Flügel, welche fein schwarz gebändert sind und auch vielerorts den Hut eines Jägers zieren.


Verwandtschaft:
Der Eichelhäher zählt systematisch zur Familie der Rabenvögel (Corvidae) und damit trotz seiner rauen Stimme zu den Singvögeln.  
 

Verbreitung und Bestand:
Der Eichelhäher ist eine häufige Vogelart und besiedelt ganz Europa. Lediglich im Norden der Britischen Inseln und Skandinaviens sowie teilweise auf der Iberischen Halbinsel fehlt er gelegentlich. Auch in Nordafrika und Teilen Israels kommt der Eichelhäher vor.

 
Zugverhalten:
Das Zugverhalten des Eichelhähers ist äußerst komplex. Im Großen und Ganzen ist er ein Teilzieher, dessen Wanderbewegungen meist im lokalen oder auch regionalen Umfeld verlaufen.

Ost- und nordeuropäische Eichelhäher verlassen meist im Winter ihre Brutgebiete in borealen Nadelwäldern und ziehen Richtung Südwesten. Vereinzelt lässt sich dies auch in mitteleuropäischen Beständen beobachten. Vor allem im Spätsommer und Herbst lassen sich Eichelhäher in kleinen Trupps beobachten, die durch die Region ziehen und so auch teilweise außerhalb der Brutgebiete in Waldbeständen auftauchen. Im Winter treten sie auch als Gast an Futterhäuschen auf – jedoch eher als Einzelexemplare oder in kleinen Trupps von 2-4 Individuen.
 

Lebensraum:
Das Brutgebiet des Eichelhähers liegt meist in lichten Beständen von Laub- Misch- und Nadelwäldern. Zumeist handelt es sich um sehr strukturreiche Waldparzellen mit hoher Strauchschicht und verschiedenen Altersstufen, Lichtungen, Dickungen etc. Sofern ein entsprechender Baumbestand gegeben ist, kommen Eichelhäher aber auch im Siedlungsbereich in Parks und sehr großen Gärten als Brutvögel vor. Feldgehölze, Heckenzeilen, Streuobstbestände und die freie Landschaft wird eher außerhalb der Brutzeit frequentiert. Dies ist v.a. auf das Vorhandensein von entsprechenden Nahrungsressourcen zurückzuführen.

Ernährung:
Das Nahrungsspektrum ist ausgesprochen vielseitig. Es orientiert sich in erster Linie am jahreszeitlich bedingten Angebot. Insekten und deren Larven, Eier und Jungvögel, Jungtiere von Kaninchen, Beeren, Aas, verschiedenste Sämereien, Getreide, Mais und vieles mehr stehen auf dem Speiseplan des Eichelhähers.
 

Fortpflanzung:
Der Eichelhäher führt eine monogame Saisonehe. Das Männchen wählt in der Regel den Nistplatz aus, der meist zwischen 3 und 8m Höhe in der unteren Baumschicht zu finden ist. Das Nest wird von beiden Partnern errichtet und besteht aus Zweigen und frischen Reisern. Die Nestmulde ist deutlich weicher ausgebaut. Gräser, feine Zweige, Pflanzenfasern, Moos, Blätter und kleine Rindenstückchen polstern das Gelege und die Jungvögel. Gegen Ende April werden die 4-7 ovalen Eier gelegt. Nach etwa 16-17 Tage schlüpfen die Jungvögel und werden etwa 3 Wochen lang im Nest versorgt. Nach dem Ausfliegen dauert es beim Eichelhäher relativ lange, bis die Jungen selbstständig sind. So werden sie ggf. bis zu vier Wochen außerhalb des Nestes betreut und gefüttert.

 

Eichelhäher am Futterplatz:
Der Eichelhäher tritt nur sporadisch und lokal als Gast am Futterplatz auf. Hat ein Eichelhäher jedoch einmal eine gute Futterquelle ausfindig gemacht, kann es gut sein, dass sich der Vogelkundler über mehrere Wochen hinweg der Beobachtung des Eichelhähers widmen kann. Taucht er an der Futterstelle auf, so nehmen oftmals die anderen Arten reißaus. An der Futterstelle nimmt er Sonnenblumenkerne, Nüsse, Sultaninen auf und kann auch Meisenknödelnetze zerreißen und ganze "Brocken" des beliebten Fettfutters vertilgen.