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Grünfink

Grünfink Weibchen
Grünfink Weibchen
Grünfink Männchen
Grünfink Männchen
Carduelis chloris
März-August
1 bis 2
14 - 16 cm
25 - 27 cm
20 - 23 g
Schnabel dick, grau und rosa; Oberseite schwach gestreift, gelbgrünes Flügelfeld, gelber Schanzfleck, Unterseite grünlich-grau
Unterseite gelblich-grün


Merkmale:
Wie der Name vermuten lässt, weist das Gefieder der Grünfinken eine Grünfärbung auf. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man jedoch sehr farbenfrohe und intensiv gefärbte Gefiederpartien. Das Männchen ist unterseits grün bis gelbgrün, oberseits gräulich grün gefärbt. Auf den Wangen, dem Hals und auch auf den Flügeldecken findet man eine graue bis sogar hellgraue Tönung an den Flanken. Auf den Schwingen sowie an den Steuerfedern sind leuchtend gelbe Federkanten bzw. Flügelfelder zu erkennen. Besonders am Futterhaus, wenn man einen Grünfink auch mal aus der Nähe beobachten kann, fallen die rötlichen Beine auf. Die Weibchen des Grünfinks sind matter gefärbt und weisen insgesamt eine deutliche Strichelung an Bauch und Rücken auf.

 

Verwandtschaft:
Der Grünfink ist ein Singvogel und wird systematisch in der Familie der Finkenvögel (Fringillidae) geführt. Die Gattung Carduelis verweist auf seine Verwandtschaft – die Zeisige. Seine nächsten Verwandten sind der Erlenzeisig, der Stieglitz und weitere.

 

Verbreitung und Bestand:

Aktuell kommt der Grünfink in nahezu ganz Europa vor und ist ein häufiger Wald- und Halboffenlandvogel. In unseren Breiten tritt er insbesondere als Wintergast in Erscheinung, was primär auf Wanderbewegungen von waldlebenden Individuen im Winter in die Dörfer und Städte zurückzuführen ist. Invasionsartig können teilweise Trupps von bis zu 100 Individuen auch an einer kleinen Futterstelle auftreten.

 

Zugverhalten:

Der Grünfink ist ein Standvogel, der lediglich im räumlichen Umfeld zum Brutrevier kurzstreckige Wanderbewegungen absolviert, welche eher klimatische Gründe haben bzw. auf eine bessere Nahrungsverfügbarkeit in anderen Gebieten zurückzuführen sind. Lediglich nord- und nordosteuropäische Grünfinken ziehen im Winter nach West- und Südeuropa.

 

Lebensraum:
Der Grünfink kommt in der Regel in lichten Altholzbeständen vor. Auch Wacholderheiden stellen einen bedeutenden Lebensraum beispielsweise auf der Schwäbischen Alb dar. In Streuobstwiesen, Friedhöfen und in gut durchgrünten Parkanlagen tritt der Grünfink auch regelmäßig auf.

 

Ernährung:
Der Grünfink ernährt sich in erster Linie von Sämereien, Knospen und Blüten. Auch Beeren werden aufgenommen. Zur Brutzeit sind Insekten und Spinnen von Bedeutung.

 

Fortpflanzung:
Grünfinken beginnen etwa Mitte April mit dem Brutgeschäft. Das Revier wird vom Männchen verteidigt. Wie so oft in der Vogelwelt überlässt auch das Grünfinkmännchen dem Weibchen den Nestbau sowie das Bebrüten des Geleges, welches meist aus 4-6 Eiern besteht. Das Nest findet sich in Sträuchern und Heckenzeilen, seltener als z.B. beim Buchfink auch in Bäumen und besteht aus Halmen. Das Gelege wird etwa 14 Tage lang bebrütet. Die Jungvögel verlassen durchschnittlich nach 14 Tagen das Nest und werden außerhalb noch etwa 10-14 Tage von den Eltern betreut. 

 

Grünfinken am Futterplatz:

Ganz im Gegensatz zum schüchternen Buchfink sind Grünfinken am Futterplatz recht dominant. Sie behaupten die besten Plätze auf dem Futterbrett oder im Futterhäuschen und verharren dort um sich satt zu fressen, verteidigen ihren Platz vehement gegen andere Arten und können höchstens kurzzeitig Konkurrenz ertragen. Wenn überhaupt, dann werden Artgenossen akzeptiert. Waldvogelfutter, Sonnenblumenkerne und Erdnüsse werden an den Futterstellen bevorzugt