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Haussperling „Spatz“

Haussperling Weibchen
Haussperling Weibchen
Haussperling Männchen
Haussperling Männchen
Passer domesticus
März - September
2 - 4
14 - 15 cm
21 - 25 cm
ca. 30 g


Merkmale:

Der Haussperling wirkt vom Erscheinungsbild her kräftig. Dies ist u.a. auf einen sehr wuchtigen Kopf und den kräftigen Schnabel zurückzuführen.

Männliche Spatzen sind recht kontrastreich gefärbt. Besonders fällt das Schwarz der Kehle auf, welches sich bis in die Brust hineinzieht. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Verwandten dem Feldsperling ist der graue Scheitel, welcher beim Feldsperling braun gefärbt ist. Der graue Scheitel ist dagegen braun eingefasst, Wangen sind gräulich bis beigebraun. Oberseits zeigen Haussperlinge ein braun-schwarz gemustertes Gefieder mit einer weißen Flügelbinde. Unterseits sind Spatzen grau.

Die Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt. Insbesondere fehlt ihnen die kontrastreiche Kopfzeichnung. Dafür ist zumeist ein deutlicher heller Überaugenstreif zu erkennen. Oberseits sind sie heller als Männchen und feiner sowie rahmfarben gestrichelt.

Die Jungvögel ähneln den Weibchen, sind jedoch etwas gelblicher gefärbt.

 

Verwandtschaft:
Der Haussperling ist Vertreter der Familie der Sperlingsvögel (Passeridae) und ist von den beiden Sperlingsarten, welche in unserer Region vorkommen, die bekanntere. Der nächste Verwandte des Haussperlings ist der Feldsperling, der oftmals auch als Gartenvogel bekannt ist.

 

Verbreitung und Bestand:

Der Haussperling ist ein Weltenbummler. Ursprünglich war der Haussperling eine europäische und orientalische Vogelart. Durch Einbürgerungen ist er heute nahezu auf der ganzen Welt verbreitet.

 

Zugverhalten:

Haussperlinge sind Standvögel. Sie ziehen außerhalb der Fortpflanzungsperiode jedoch in größeren Trupps umher, teilweise auch vergesellschaftet mit Feldsperlingen.

 

Lebensraum:
Dem Haussperling wird unterstellt, dass er ursprünglich ein Savannenbewohner war. Ganz gesichert ist diese These jedoch nicht. Aktuell ist der Spatz ein absoluter Kulturfolger und hat sich zunutze gemacht, dass es beim Menschen sowohl Brutplätze gibt als auch stets eine gute Nahrungsverfügbarkeit besteht. Diese beiden Habitatparameter sind entscheidend damit ein Areal besiedelt wird oder nicht. Standen vor 30-40 Jahren noch bestens geeignete Brutplätze (Nischen) und unversiegelte Böden zur Verfügung, so mangelt es heute lokal dramatisch daran. Durch moderne Gebäudearchitektur, Sanierungen und die oftmals grenzenlose „Überpflegung“ von Gärten hat der Bestand des Haussperlings stark abgenommen. Und so findet sich dieser Weltenbummler und Kulturfolger heute auf der Roten Liste.

 

Ernährung:
Der Haussperling ernährt sich v.a. von Sämereien. Dabei wird Weizen gegenüber Hafer und Gerste bevorzugt. Wie bei allen Singvogelarten spielen jedoch auch Insekten und Spinnen im Sommerhalbjahr, v.a. im Zuge der Jungenaufzucht eine bedeutende Rolle. Im Spätsommer kann man den Spatz regelmäßig auf der Suche nach Samen von Wildkräutern beobachten.

 

Fortpflanzung:
Haussperlinge beginnen etwa Mitte bis Ende April mit dem Brutgeschäft und können sich mehrmals im Jahr (oft 3 Jahresbruten, gelegentlich mehr) reproduzieren. Die Brutzeit erstreckt sich bis August. Spatzen sind Nischenbrüter – ihre Brutplätze finden sich unter Dachplatten, ein einem Winkel zwischen Fassade und Dachrinne, in Dachrinnen selbst, in Mauerlöchern oder in jeder anderen Nische an einem Gebäude. Gelegentlich werden auch Nistkästen (spezielle Spatzen-Koloniehäuser), Halbhöhlen oder auch Schwalbennester besetzt. Das Nest ist meist kugelförmig und besteht aus Stroh, Grashalmen, Papier, einzelnen Federn etc. Das Gelege besteht aus 4-6 Eiern, welche sich optisch zwischen den Weibchen stark unterscheiden können. Meist sind sie mit vielen dunklen Flecken und Sprenkeln versehen und zeigen eine helle bis weiße Grundfarbe. Die Brutdauer beträgt etwa 10-15 Tage. Jungvögel werden etwa 14-16 Tage lang im Nest gefüttert und auch nach dem Ausfliegen noch etwa eine gute Woche außerhalb betreut.

 

Der Spatz am Futterplatz:

Haussperlinge fallen oft invasionsartig an Futterplätzen ein. Meist fliegen Sie mehrmals in Trupps mit rund einem Dutzend Vögeln an, fressen sich einige Minuten lang voll und fliegen dann weiter – stets untermalt von einem fortwährenden Geschwätz. Sie zeigen sich hauptsächlich als Bodenvögel, kommen aber auch auf dem Futterbrett bzw. im Futterhaus vor und schaffen es sogar gelegentlich an einem Meisenknödel Platz zu nehmen. Sonnenblumenkerne und auch Weizen werden gern aufgenommen.