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Rotkehlchen

Erithacus rubecula
April-August
2
13 - 14 cm
20-23 cm
ca. 18 g


Merkmale:
Das zierliche Rotkehlchen ist ein sehr bekannter Vogel. Namensgebens ist selbstredend der orangerote Brustlatz. In Verbindung mit den großen schwarzen Augen ist die Gestalt des Rotkehlchens sehr einprägsam. Zudem zeigt es dem Menschen gegenüber oftmals wenig Scheu. Bei den Altvögeln reicht die orangerote Färbung von der Stirn bis zur Brust, auch Kopf- und Halsseiten sind orange gefärbt. Unterseits ist das Rotkehlchen weißlich bis leicht gräulich. Oberseits ist es olivbraun. Oftmals lassen sich auf den Flügeldecken rahmfarbene Flecken erkennen.

Jungvögel sind auffällig gefleckt. Die weisen noch keine Orangefärbung auf und sind eher einheitlich bräunlich gefärbt. Ober- und unterseits bestehen rahmfarbene, rundliche Flecken.

 

Verwandtschaft:
Das Rotkehlchen zählt systematisch zur Familie der Drosseln (Turdidae) und zur Unterfamilie der Erithacinae. Aktuelle DNA-Analysen lassen jedoch erwarten, dass eine Neuordnung der Singvögel vorzunehmen ist. Das Rotkehlchen wäre dann der Familie der Fliegenschnäpper zuzuordnen (Muscicapidae).

 

Verbreitung und Bestand:

Das Rotkehlchen kommt in Europa, Nordafrika und Kleinasien vor. Lokal kann es jedoch auch fehlen, beispielsweise in einigen Gebieten Spaniens, in Skandinavien, in Südfrankreich etc. In Mitteleuropa ist das Rotkehlchen ein häufiger Brutvogel.

 

Zugverhalten:

Das Rotkehlchen ist ein Teilzieher. Während Individuen, welche im Mittelmeerraum vorkommen Standvögel sind, sind Brutvögel aus nördlicheren Populationen Zugvögel. Sie gelten als Kurzstreckenzieher, welche etwa bis in das Mittelmeergebiet wandern. Ein Rotkehlchen am Futterhaus bedeutet nicht zwingend, dass es sich um das identische Individuum handelt, welches auch im Sommerhalbjahr im Garten als Brutvogel vorkommt. Oftmals wandern „unsere“ Rotkehlchen ab und werden durch nördlicher lebende, zuwandernde Individuen ersetzt.

 

Lebensraum:
Das Rotkehlchen kommt heute in sämtlichen Waldtypen vor, welche eine ausreichende Krautschicht bieten. Zudem besiedeln zahlreiche Paare Feldgehölze, Parkanlagen, Friedhöfe und auch größere Gärten. Meist halten sie sich in schattigen Bereichen auf und bleiben trotz der auffälligen Gefiederfärbung oft unentdeckt. Eine Affinität zu Feuchtlebensräumen besteht zweifelsohne. So lässt sich in Auwäldern oftmals eine recht hohe Brutpaardichte nachweisen.

 

Ernährung:
Auf Grund der bevorzugten Jagdstrategie am Boden spielen bodenlebende Insekten und Spinnen eine größere Rolle als bei anderen Arten. Auch Beeren, kleinere Sämereien und Obst werden vertilgt.

 

Fortpflanzung:

Rotkelchen beginnen meist in der ersten Aprilhälfte mit dem Brutgeschäft. Der Neststandort ist sehr variabel und reicht von Bodennestern bis hin zu Nischenbruten mitunter an ausgefallenen Orten wie Garagenregalen, Lauben, Carports etc. Das Gelege besteht aus 5-7 Eiern und wird etwa 13-15 Tage lang bebrütet. Die Jungen verhalten sich im Nest ausgesprochen ruhig. Dies ist typisch für Bodenbrüter, welche, auch wenn die Nester gut versteckt an Böschungen oder unter Wurzeln sind, gegenüber Räubern gefährdet sind. Die Nestlingszeit beträgt etwa 12-15 Tage. Im Anschluss werden die jungen Rotkehlchen noch außerhalb des Nestes 1-2 Wochen lang betreut.

 

Das Rotkehlchen am Futterplatz:

Das Rotkehlchen geht der Nahrungssuche auch im Bereich eines Futterplatzes eher am Boden nach. Nur vereinzelt sieht man es einmal in einem Futterhaus auftauchen. Am Boden verhält es sich zurückhaltend und eher im Hintergrund. Dies passt zur sonst präferierten Nutzung schattiger Bereiche, welche besseren Schutz vor Fressfeinden bieten. Die Nahrung am Futterplatz besteht v.a. aus Weich- bzw. Fettfutter, welches das Rotkehlchen mit seinem feinen Schnabel gut verarbeiten kann. Sonnenblumenkerne werden jedoch auch aufgenommen – ebenso Rosinen, Beeren und Obst.