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Schwanzmeise

Schwanzmeise
Schwanzmeise
Aegithalos caudatus
März - Juni
1
13 - 16 cm
16 - 19 cm
ca. 7 - 10 g


Merkmale:
Die Schwanzmeise ist eine sehr kleine Vogelart. Die Körperlänge von 13-16cm resultiert v.a. auf Grund ihres langen Schwanzes, welcher etwa 7-8cm lang sein kann. Insgesamt wirkt das Gefieder der Schwanzmeise hell bis weißlich mit schwarzen und teils rosafarbenen Partien. Am Kopf weist die einheimische Schwanzmeise (es gibt zahlreiche Unterarten) an den Seiten jeweils einen dunklen, breiten Streifen auf, welcher vom Auge bis in den Nacken zieht. Der Rücken ist dunkel gefärbt, an den Schultern weist die Schwanzmeise ein rosafarbenes Feld auf. Wangen, Kehle und die Halsseiten sind schmutzig weiß. Auch die Unterseite ist hellgrau bis weißlich. An den Flanken zeigt die Schwanzmeise eine rosafarbene bis rötliche Tönung. Vor allem an den Unterschwanzdecken ist dies sehr deutlich. Der auffallend lange Schwanz ist schwarz mit weißen Außenfahnen.

 
Verwandtschaft:
Im Allgemeinen unterscheidet man drei Unterarten-Gruppen, welche man oftmals am Kopfgefieder unterscheiden kann. Hierzu ist allerdings Fachliteratur hinzuzuziehen. In Überlappungsgebieten ist davon auszugehen, dass es Kreuzungen zwischen den Unterarten gibt, so dass eine exakte Determinierung oftmals äußerst schwierig ist.

Wichtig zu wissen ist für den Allgemeingebrauch eines Vogelbeobachters, dass eine Schwanzmeise keine Meise ist. Sie ist Vertreterin der Familie der Schwanzmeisen (Aegithalidae) und nicht der Familie der Paridae zuzuordnen.

 
Verbreitung und Bestand:
In der gemäßigten Zone ist die Schwanzmeise weit verbreitet. In Europa fehlt sie lediglich auf Island, im nördlichen Fennoskandinavien, Teilen Schottlands, den Balearen, Sardinien und Kreta. In Deutschland ist sie lebensraumabhängig weit verbreitet.

 
Zugverhalten:
In Mittel- und Westeuropa ist die Schwanzmeise ein Standvogel bzw. Strichvogel. Die kommt meist ganzjährig im Brutlebensraum vor und unternimmt außerhalb der Brutzeit auch "Ausflüge" in den Siedlungsbereich, in welchem sie dann auch am Futterhaus beobachtet werden kann. Oftmals treten aber auch Zuwanderer aus den nördlichen Verbreitungsgebieten (ggf. auch andere Unterarten) auf.

 
Lebensraum:
Die Schwanzmeise nutzt oftmals Lebensräume in Gewässernähe. Dort kann man sie relativ zuverlässig antreffen. Im Allgemeinen bewohnt sie Landschaften mit reich strukturierten Säumen, Waldränder, Feldgehölze und einem mosaikartigen Wechsel aus Buschlandschaften und offenen Flächen. Die Präferenz von Feuchtlebensräumen resultiert in Verbreitungsschwerpunkten im Bereich von Flusstälern und Auwäldern. Aber auch Laub- und Mischwäldern, Heckenlandschaften und Ruderalflächen, Parks, Friedhöfe etc. werden als Bruthabitat angenommen.

 

Ernährung:
Schwanzmeisen nehmen kleinste Nahrungspartikel auf. In erster Linie besteht die Nahrung aus kleinen Insekten, wie Blattläuse, Schildläuse, kleine Käfer und auch kleine Spinnen. Die Nahrung wird von Blättern und Zweigen abgesammelt. Außerhalb der Brutzeit werden auch Knospen, Sämereien, kleine Beeren und z.B. an der Futterstelle auch Fettfutter aufgenommen.

 

Fortpflanzung:
Das Nest der Schwanzmeise ist ein Prachtbau, der teils in einer Astgabel, teils aber auch frei hängend an einer Astspitze angebracht werden kann. Es besteht aus Moos, Flechten, Spinnweben, Federn und Tierhaaren sowie Pflanzenfasern, welche allesamt sehr fein verflochten werden. Das Nest ist bestens getarnt und kann oftmals nur durch einen anfliegenden Altvogel entdeckt werden. Beide Altvögel erbauen in etwa 4wöchiger Arbeit das Nest.

Zwischen Ende März und Ende April werden die Eier gelegt. Das Gelege besteht meist aus 8-12 Eiern. Das Weibchen brütet alleine und wird in dieser Zeit vom Männchen versorgt. Nach etwa 12-18 Tagen schlüpfen die Jungvögel und werden gute zwei Wochen im Nest versorgt. Nach dem Ausfliegen werden sie noch weitere 2-3 Wochen betreut.

Besonders interessant ist, dass bei der Schwanzmeise "Helfer" auftreten, die bei der Versorgung der Jungvögel die Adulten unterstützen. Es ist unklar, um welche Vögel es sich bei den Helfern handelt – es könnten ggf. Altvögel sein, welche ihre Brut verloren haben, oder auch Jungvögel des letzten Jahres. Sicherlich ermöglicht diese Versorgungsstrategie den Schwanzmeisen eine erfolgreiche Brut bzw. ein Ausfliegen zahlreicher Jungvögel.

 

Schwanzmeisen am Futterplatz:

Schwanzmeisen verbringen die Zeit außerhalb der Brutphase gesellig in Trupps. Daher treten Schwanzmeisen auch meist nicht alleine an Futterstellen auf. Oftmals können Trupps mit bis zu acht oder mehr Individuen beobachtet werden. Sie präferieren Weichfutter, v.a. Fettfutter, Haferflocken und nutzen dabei v.a. Meisenknödel, Vogelschmaus und weitere hängend angebotene Futterstationen.