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Star

Star
Star
Sturnus vulgaris
März - Juli
1 bis 2
19- 22 cm
37 - 42 cm
ca. 81 g
Dieser Vogel frisst gerne:
Fett Futter, Sultaninen,


Merkmale:
Wenn Hühnergackern, Strophen des Pirol-Gesangs, Bussardrufe oder Handy-Klingeltöne aus dem alten Obstbaum hinterm Haus ertönen ist jedem Vogelkundler klar, dass sich ein Star in der alten Spechthöhle eingenistet hat.

Der Star ähnelt prinzipiell der Amsel, wenngleich bei genauere Betrachtung im Grunde keine Ähnlichkeit besteht. Der Schwanz ist deutlich kürzer, die Flügel (v.a. im Flug sichtbar) dreieckig geformt. Beim Star unterscheidet man zwei Gefiederkleider – das Schlichtkleid (Perlstar) und das Prachtkleid (Glanzstar). Der Perlstar zeichnet sich durch ein hell getupftes Federkleid aus. Dies beruht auf den weißen bis hell beigefarbenen Federspitzen. Im Frühjahr und Sommer ist das Gefieder abgenutzter und es verbleibt ein metallischer Glanz in Grün und Violett. Zur Brutzeit trägt der Star zudem einen gelben (nicht orangefarbenen) Schnabel, welcher im Winterhalbjahr dunkel bis schwarz gefärbt ist.

 

Verwandtschaft:
Der Star zählt zu den Singvögeln und zur Familie der Stare (Sturnidae), welche die Gattung Sturnus beinhaltet. Es bestehen zahlreiche Unterarten, deren Unterscheidung aber recht schwierig ist. In unseren Breiten hat man in der Regel ausschließlich mit Sturnus vulgaris zu tun. Im südlichen Europa sowie in Nordafrika wird unser Star durch den Einfarbstar "ersetzt".

 

Verbreitung:
Der Star ist weit verbreitet. Er kommt in der temperaten Zone sowie bis nach Sibirien und bis in das nördliche Mittelmeergebiet vor. Innerhalb Europas zählt er zu den häufigsten Vogelarten und kommt im Grunde flächendeckend vor.

 

Zugverhalten:
Der Star ist bei uns ein Zugvogel, der als Mittelstreckenflieger etwa bis ins Mittelmeergebiet zieht. Durch Klimaveränderungen und die unterschiedlich strengen Winter ändert sich das Zugverhalten und auch die Zusammensetzung der Star-Population jedoch alljährlich. Tendenziell ist anzunehmen, dass sich zunehmend eine Standvogelpopulation entwickeln wird. Bereits heute überwintern tausende Stare in Deutschland jährlich erfolgreich.

 

Lebensraum:
Der Star besiedelt nahezu jeden Lebensraum. Lediglich in großen, geschlossenen Waldgebieten sowie in völlig ausgeräumten Agrarsteppen fehlt er, da es an Nahrungsverfügbarkeit bzw. Brutmöglichkeiten fehlt. Als Höhlenbrüter ist der Star stets auf das Vorhandensein von geeigneten Niststrukturen angewiesen. Wählerisch ist er jedoch nicht sonderlich. So besetzt er neben den klassischen Baumhöhlen auch Öffnungen in Gebäuden, Nistkästen und vieles mehr. Entscheidend ist ein ausreichend großer Durchmesser des Einflugloches (mindestens 50mm).

 

Ernährung:
Der Star ernährt sich omnivor. Dies bedeutet, dass er im Grunde ein Allesfresser ist. Saisonal stehen jedoch unterschiedliche Gerichte auf dem Speiseplan. So überwiegen im Frühjahr und Frühsommer insbesondere Insekten und weitere Arthropoden und Wirbellose, welche der Star vornehmlich vom Boden, aber auch von Blättern in den Baumkronen aufnimmt. Im Spätsommer spielen Beeren und Früchte eine große Rolle. Dies ist v.a. jedem bekannt, der sich wundert, weshalb er noch nie vom eigenen Kirschbaum eine Kirsche essen konnte. Auch Weintrauben werden großflächig vom Star abgeerntet. Im Herbst und Winter nimmt der Star neben Früchten auch an Futterhäusern angebotenes Fettfutter, teils auch Sämereien auf.

 

Fortpflanzung:
Die Fortpflanzungsperiode des Stars ist ein einziges Spektakel. Oft vergehen nur wenige Stunden, bis ein frisch gebastelter Nistkasten von einem Star inspiziert wird. Lauthals wird die neue Wohnung bei den Weibchen angepriesen und auch während der Brutsaison zur Schau gestellt. Es ist eine Wonne, den lebensfrohen Star im Garten zu beobachten.

Das Nest besteht aus trockenen Halmen, Blättern, Stroh und Tierhaaren. Oft sind auch Federn eingebaut. Die Nestgröße orientiert sich in der Regel an den Räumlichkeiten – so sind in Nistkästen oftmals größere Nester zu verzeichnen als in natürlichen, kleinen Baumhöhlen.

Der Star brütet ein- bis zweimal im Jahr. Prinzipiell führt er eine Saisonehe, wenngleich es hierbei durchaus zu Abweichungen kommen kann. Das Weibchen legt 4-8 Eier, welche hellgrün bis hellblau gefärbt sind. Nach knappen zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen und werden dann etwa 2,5 bis 3 Wochen lang in der Höhle großgezogen. Außerhalb sind sie relativ schnell selbstständig und alsbald kann man sie gemeinsam mit den Eltern auf Wiesen am Ortsrand in großen Gruppen sehen.

 

Stare am Futterplatz:
Stare am Futterplatz erinnern eher an eine Invasion und Plünderung. In kürzester Zeit können große Mengen an angebotenen Beeren und Fettfutter vertilgt werden. Im Allgemeinen tritt der Star tendenziell heute regelmäßiger an Futterstellen im Winter auf, als es früher der Fall war. Dies liegt v.a. auch an den veränderten Zugstrategien bzw. an Klimaveränderungen. Oftmals stellen Stare aber keine alltäglichen Gäste am Futterhaus dar und kommen eher sporadisch in Trupps vorbei. Mit Beeren und Fettfutter lassen sie sich im Winter am besten "ködern".