Blaumeise

Steckbrief Blaumeise

Lateinisch

Cyanistes caeruleus
Brüten

März - August
Spannweite

1 - 2
Lebenserwartung

5 Jahre
Größe

11 - 12 cm
Lebenserwartung

18 - 20 cm

Das schmeckt mir besonders gut

So klingt das Lied der Blaumeise

00:44 min

Merkmale

Die Blaumeise zählt zu den sog. Kleinmeisen und steht damit mit ihren Kolleginnen (Sumpf- Weiden-, Tannen- und Haubenmeise) der „Großmeise“ Kohlmeise gegenüber. Im Allgemeinen weist die Blaumeise ein weniger kontrastreiches Kopfgefieder auf als die Kohlmeise. Sehr charakteristisch ist die weiße Stirn, welche in eine oft leuchtende, hellblaue Scheitelplatte übergeht. Nackenband und „Kragen“ sind schwarzblau bis dunkelblau. Die Blaumeise zeigt zudem einen dunklen, feinen Augenstreifen, weiße Wangen und einen schwarzen Kehlfleck auf. Bei weitem nicht so deutlich wie bei der Kohlmeise, hat die
Blaumeise nur einen schwachen, oft verwaschenen dunklen Bruststreifen. Rücken und Schultern der Blaumeise sind eher grünlich bis graublau. Der Schwanz ist deutlich hellblau. Auch die Flügeldecken weisen eine Blautönung auf. Unterseits ist die Blaumeise gelblich gefärbt. Männchen und Weibchen können prinzipiell unterschieden werden, jedoch wird auf die sehr ins Detail gehende Geschlechtsbestimmung hier verzichtet. Jungvögel sind sehr kontrastarm gefärbt, anfangs dominieren zarte Gelbtöne v.a. an Brust-, Bauch- und Kopfgefieder.

Verwandtschaft

Die Blaumeise zählt zu der Gattung Cyanistes, welche sie nur mit der in Nordeuropa vorkommenden Lasurmeise weltweit vertritt. Die nächsten Verwandten
in unseren Breiten sind neben der Kohlmeise auch die Tannenmeise, Sumpf- und Weidenmeise und die Haubenmeise.

Verbreitung und Bestand

Die Blaumeise ist ein westpaläarktischer Brutvogel und kommt nahezu flächendeckend in Europa vor. Im Vergleich zur Kohlmeise ist sie etwas seltener, was
oftmals auf den Konkurrenzdruck in Bezug auf natürliche Baumhöhlen zurückgeführt wird.

Zugverhalten

Wie bei vielen heimischen Arten ist auch das Zugverhalten der Blaumeise komplex. Im Großen und Ganzen ist sie ein Teilzieher – eine Art, deren Vertreter zum Teil Zugverhalten zeigen, aber auch zahlreiche Individuen als Standvögel auftreten.
In unseren Breiten ist davon auszugehen, dass die Blaumeise als Standvogel auftritt. Im Norden des Verbreitungsgebietes lebende Vögel ziehen witterungsabhängig zum Teil gänzlich.

Lebensraum

Entscheidend für das Vorkommen einer Blaumeise ist wie bei anderen Höhlenbrütern das Nistplatzangebot. Sie ist auf das Vorhandensein geeigneter Baumhöhlen angewiesen. Oftmals werden auch Rindenspalten oder Ausfaulungen genutzt Auf Grund der geringeren Körpergröße im Vergleich zur Kohlmeise nutzt die Blaumeise bevorzugt Höhlungen mit kleinerem Eingangsbereich. Sollte sie mit einer Kohlmeise um
die gleiche Höhlung buhlen, so ist sie unterlegen. Blaumeisen kommen in Wäldern gleichermaßen wie in Parks und Gärten vor. In Gärten spielen insbesondere Nistkastenangebote eine große Rolle. Hierbei ist auch der Fluglochdurchmesser entscheidend. Ist dieser zu groß, so wird er von Feldsperling oder Kohlmeise genutzt. 26mm sollten hier angeboten werden.

Ernährung

Ähnlich wie bei den anderen Meisen, spielen Insekten und Spinnen auch bei der Blaumeise eine entscheidende Rolle während der Fortpflanzungszeit. Außerhalb dieser ernährt sie sich auch vegetarisch, v.a. im Frühjahr auch von Pflanzensaft. Beobachtet man eine Blaumeise bei
der Nahrungssuche in einer Baumkrone, so erkennt man deutlich, dass sie auch die äußersten Zweigspitzen nach Nahrung absuchen kann – deutlich weiter außen als es die „gewichtigere“ Kohlmeise vermag.

Fortpflanzung

Die Blaumeise ist Weltrekordhalter. Unter den „Nesthocker-Vogelarten“ ist sie diejenige Vogelart, welche durchschnittlich die meisten Eier in einem Gelege aufweist. So sind es oftmals um die 10-12 Eier, gelegentlich sogar noch mehr. Das Brutgeschäft beginnt bei der Blaumeise oft bereits Anfang April. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel, selten kommen sogar drei Jahresbruten vor. Die Männchen sind wie auch bei den anderen Meisen zur Fortpflanzungszeit sehr mit Revierverteidigung beschäftigt und überlassen
es den Weibchen das Nest zu bauen und das Gelege zu bebrüten. Bereits während der Balz wirbt das Männchen jedoch um seine Gattin und übergibt Geschenke in Form eines Balzfütterns. Dies wird auch während des Bebrütens fortgesetzt. Etwa 12-15 Tage lang wird gebrütet. Die Jungvögel fliegen etwa nach 16-22 Tagen aus und werden im Anschluss noch ungefähr eine Woche von den Eltern geführt.

Blaumeise am Futterplatz

Blaumeisen sind regelmäßige Gäste an Futterstellen. Auf Grund ihrer Größe und dem feineren Schnabel im Vergleich zur Kohlmeise nimmt sie auch kleinere Nahrung auf, kommt aber auch mit Sonnenblumenkernen zurecht.
Diese werden von ihr einzeln aufgenommen und auf einem Ast eines naheliegenden Baumes oder Strauches zerhackt. Sehr gerne nimmt die Blaumeise Fettfutter an: Meisenknödel, Vogelschmäuse, Haferflocken etc.

Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm