Tannenmeise

Steckbrief Tannenmeise

Lateinisch

Periparus ater
Brüten

März - August
Spannweite

2 - 3
Lebenserwartung

5 Jahre
Größe

10,5 - 11 cm
Lebenserwartung

17 - 21 cm

Das schmeckt mir besonders gut

So klingt das Lied der Tannenmeise

01:45 min

Merkmale

Die Tannenmeise ähnelt auf dem ersten Blick der Kohlmeise. Sie ist jedoch deutlich kleiner, weist kein Gelb an der Unterseite auf und trägt einen auffallenden, hellen Streifen an Nacken und Hinterkopf. Scheitel und Kinnlatz sind schwarz gefärbt. Unterseits ist die Tannenmeise
weißlich bis leicht gelblich getönt, die Flanken erscheinen eher rahmfarben. Die Flügeldecken und der Rücken sind grau bis leicht bläulich. Bei genauerer Betrachtung fallen zwei feine, weiße Flügelbinden auf.

Verwandschaft

Die Tannenmeise zählt zur Familie der Meisen (Paridae) und ist dort Vertreterin der Gattung Periparus (ehemals auch der Gattung Parus zugeordnet). Hinsichtlich ihrer Größe zählt sie
in unseren Breiten auch zu den "Kleinmeisen" – wie auch die Verwandten Sumpf-, Weiden-, Hauben- und Blaumeise, welche jedoch verschiedenen Gattungen zugehörig sind.

Verbreitung und Bestand

Die Tannenmeise ist eine häufige Meisenart der Wälder. Sie brütet in der borealen Zone sowie in Gebirgsregionen, teils
auch im etwas höher gelegenen Bereich der mediterranen Zone.

Zugverhalten

Tannenmeisen sind größtenteils Standvögel und verbringen die Wintermonate oft im Brutgebiet. Regelmäßig sind sie dann auch in kleinen Trupps, teils vergesellschaftet mit anderen Arten unterwegs. Hierbei führen sie auch kleinere
Wanderbewegungen durch und erscheinen im Winterhalbjahr regelmäßig außerhalb geschlossener Wälder auch inmitten von Siedlungen.

Lebensraum

In Nadel- und Nadelmischwäldern ist die Tannenmeise zuhause. Als Höhlenbrüter ist sie auf das Angebot natürlicher Baumhöhlen angewiesen. Aufgrund des diesbezüglichen
Notstandes an Räumlichkeiten werden oftmals kleinste Ritzen im Stamm, Rindentaschen oder auch Spalten im Stammfuß als Brutstätten angenommen.

Ernährung

Die Tannenmeise ist eine insektivore Singvogelart. Sie ernährt sich von verschiedensten Kleininsekten.
Insbesondere im Winterhalbjahr spielen auch Sämereien eine wichtige Rolle.

Fortpflanzung

Das Nest der Tannenmeise besteht, wie die meisten anderen Meisennester, vornehmlich aus Moos, Tierhaaren, kleinen Wurzeln und Wollfäden. Es wird von beiden Partnern erbaut. Etwa Anfang bis Mitte April entsteht das Gelege, welches etwa zwei Wochen bebrütet wird.
Durchschnittlich legt das Tannenmeisen-Weibchen 8-9 Eier. Nach knappen drei Wochen verlassen die Jungvögel das Nest und werden anschließend noch von den Eltern außerhalb der Bruthöhle versorgt, bis sie selbstständig sind.

Tannenmeisen am Futterplatz

Tannenmeisen besuchen Futterstellen in der Regel lediglich im Winterhalbjahr, da sie zur Brutzeit vermehrt in Nadelwäldern zuhause sind. Hat eine Tannenmeise jedoch einmal eine Futterstelle entdeckt, so kann es gut sein, dass sich die gleichen Individuen über Wochen hinweg dort aufhalten. Das charakteristische Verhalten vieler Kleinmeisen
zeigt auch die Tannenmeise: sie holt sich einen Sonnenblumenkern und verdrückt sich ins naheliegende Unterholz um ihn dort zu öffnen und zu verspeisen. Nicht nur Sonnenblumenkerne werden von ihr angenommen – auch die unterschiedlichsten Vogelschmäuse stehen auf der Speisekarte im winterlichen Gourmet-Restaurant.

Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm