Kleiber

Steckbrief Kleiber

Lateinisch

Sitta europaea
Brüten

März - Juni
Spannweite

1
Lebenserwartung

3 Jahre
Größe

12 - 14 cm
Lebenserwartung

23- 27 cm

Das schmeckt mir besonders gut

So klingt das Lied des Kleibers

01:07 min

Merkmale

Der Kleiber ist ein sehr gedrungener Vogel mit kurzem Schwanz und kurzem Hals. Auffällig sind lange Zehen mit ausgesprochen langen Krallen. Der Schnabel ist lang, spitz und wird auch als Meißelschnabel bezeichnet. Oberseits ist der Kleiber blaugrau gefärbt, unterseits rostrot. Sehr
charakteristisch sind große, helle (fast weiße) Flecken auf den Oberschwanzdecken. Im Gesicht trägt der Kleiber einen breiten, schwarzen Augenstreif. Männchen sind etwas farbenprächtiger als die Weibchen.

Verwandschaft

Der Kleiber ist der einzige Vertreter der Familie der Kleiber (Sittidae) in unserer Region. Im Mittelmeergebiet (z.B.
Korsenkleiber) oder auch in der Türkei (Türkenkleiber) kommen seine Verwandten vor.

Verbreitung und Bestand

Der Kleiber lebt in Europa bis hin zu Nordwestafrika und Asien. Er ist insbesondere in Mitteleuropa weit verbreitet und
kann als häufiger Brutvogel bezeichnet werden.

Zugverhalten

Kleiber sind Standvögel und halten sich oftmals auch außerhalb der Fortpflanzungsperiode im Brutrevier auf. Lokal
können sie aber auch kleinere Wanderungen vornehmen, was als ein „Umherschweifen“ zu bezeichnen ist.

Lebensraum

Höhlenreiche Altholzbestände sind die typischen Lebensräume des Kleibers. Er bevorzugt reichstrukturierte, lichte Laub- und Mischwälder mit meist grobborkigen
Baumarten. Typische Brutgebiete sind auch Auwälder, Parkanlagen oder große Gärten mit Altholzbestand.

Ernährung

Der Kleiber ernährt sich primär von Insekten, deren Larven und Spinnen, welche er am Stamm erbeutet. Er nimmt aber auch Raupen von Blättern regelmäßig für sich oder für die Jungen auf. Außerhalb der Brutzeit werden auch Beeren, Obst und Nüsse gefressen. Typisch für die Nahrungssuche des Kleibers ist, dass er sich ganz im
Gegensatz zu Spechten und Baumläufern, welche sich stets von unten nach oben am Stamm bewegen auch kopfüber hinunterklettern kann. Hierfür helfen ihm die langen Vorderzehen und Krallen. Einen Stützschwanz, welcher bei den anderen Arten zu finden ist, ist ihm beim Kopfüberlaufen nicht dienlich – er fehlt.

Fortpflanzung

Namensgebend beim Kleiber ist die Eigenart, vorhandenen Einfluglöcher zu Baumhöhlen oder Nistkästen mit Erde, Lehm und Wasser bzw. Speichel zu verkleben. Im Inneren der Höhlung deponiert der Kleiber charakteristisch
Rindenstücke, Haare und Federn, welche das Nest bilden. Das Gelege besteht aus 4-9 Eiern, welche etwa 14-18 Tage lang bebrütet werden. Nach etwa 24 Tagen werden die jungen Kleiber flügge und werden etwa 1,5 Wochen lang außerhalb der Höhle betreut.

Kleiber am Futterplatz

Der Kleiber kommt regelmäßig an Futterhäuser. Da innerorts meist ein älterer Baumbestand fehlt, tauchen Kleiber eher zur Winterfütterungszeit am Futterplatz auf. Dabei nutzt er Futterhäuser, Futterbretter und auch Meisenknödel oder
Vogelschmäuse. Auch am Boden kann er angetroffen werden. Er präferiert Sonnenblumenkerne, Beeren, Erdnüsse und Fettfutter.

Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
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Vogelexperte Böhm