Wacholderdrossel

Steckbrief Wacholderdrossel

Lateinisch

Turdus pilaris
Brüten

April - Juli
Spannweite

1 - 2
Lebenserwartung

10 Jahre
Größe

26 cm
Lebenserwartung

39 - 42 cm

Das schmeckt mir besonders gut

So klingt das Lied der Wacholderdrossel

00:43 min

Merkmale

Die Wacholderdrossel ist geringfügig größer als die bekannte Amsel und ähnelt dieser deutlich hinsichtlich ihrer Gestalt. Am oberen Rücken sind Wacholderdrosseln intensiv braun gefärbt. Der Kopf, der hintere und seitliche Hals sowie der untere Rücken sind hellgrau. Der Schwanz ist schwarz. Am Kopf kann man einen hellen Überaugenstreif erkennen. Die
Unterseite ist allgemein hell – an Kehle, Vorderhals und an der Brust weist die Wacholderdrossel eine ockergelbe Tönung auf, welche dunkel gestrichelt ist. Die Flügeldecken sind dunkelbraun. Der gelbliche Schnabel weist meist eine dunkle Spitze auf.

Verwandschaft

Die Wacholderdrossel zählt zur Familie der Drosseln (Turdidae). Ihre auch bei uns verbreiteten, nächsten
Verwandten sind die Amsel, die Singdrossel und die Misteldrossel.

Verbreitung und Bestand

Wacholderdrosseln sind in der mittleren und nordöstlichen Paläarktis verbreitet. Man findet sie vom mittleren Frankreich bis Schottland sowie bis nach Sibirien hinein. Auch bis an den
Alpenrand kann man die Wacholderdrossel in Deutschland antreffen. Sie ist regional ein regelmäßig vorkommender Brutvogel.

Zugverhalten

Wacholderdrosseln sind Zugvögel und werden auf Grund ihrer Zugstrecke als Kurzstreckenzieher bezeichnet – sie überwintern in Mittel- und Südwesteuropa und im
Mittelmeerraum. In Deutschland können zu den Zugzeiten oftmals größere Trupps von mehreren Hundert Individuen rastend in Offenlandbereichen beobachtet werden.

Lebensraum

Typisch für den Lebensraum einer Wacholderdrossel ist eine halboffene Landschaft aus Waldrändern, Baumgruppen und angrenzendem Grünland. Oftmals werden bodenfeuchte
Habitate bevorzugt. Sie kommt jedoch auch in Parks und großen Gärten mit Altholzbestand als Brutvogel vor.

Ernährung

Die Nahrung ist vielseitig und variiert abhängig von der Jahreszeit und dem Nahrungsangebot. Im Frühjahr und Frühsommer werden v.a. Regenwürmer und weitere
Wirbellose verzehrt, während im Spätsommer und Herbst die Ernährung deutlich auf Beerennahrung und Obst umgestellt wird.

Fortpflanzung

Das Nest der Wacholderdrossel wird meist hoch in Bäumen oder Stauden errichtet. Es besteht in der Grundkonstruktion aus Zweigen, welche innen lehmartig überzogen werden und so ein regelrechter Napf geformt wird. Dieser wird mit feinen Gräsern ausgekleidet. Ab Etwa Mitte April kommt es zur
Eiablage, das Gelege besteht meist aus 4-6 Eiern, welche ausschließlich vom Weibchen bebrütet werden. Nach 10-13 Tagen schlüpfen die Jungen, welche das Nest dann etwa nach 16-18 Tagen verlassen und noch bis zu 4 Wochen außerhalb des Nestes von den Eltern versorgt werden.

Wacholderdrossel am Futterplatz

Wacholderdrosseln sind keine alltäglichen Gäste an Futterstellen. Sie treten auf, wenn das angebotene Futter für
sie auch verwertbar ist. Beeren, Obst und auch Fettfutter werden gerne verzehrt.

Frag den Böhm

Dürfen wir vorstellen? Stefan Böhm, Vogelexperte!

Die ganze Welzhofer-Familie freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Diplom-Biologen, Artenschützer und Vogelfreund. Als 5-jähriger hat Stefan eine junge, verletzte Wacholderdrossel gefunden und gesund gepflegt. Seitdem schlägt sein Herz für die heimischen Vögel. Neben seiner Tätigkeit als Sachbuchautor und Herausgeber der Naturschutzzeitschrift „Spektiv“ ist er vor allem im Artenschutz aktiv.
Stefan Böhm ist der Welzhofer-Experte rund um Wildvögel, Artenvielfalt und Artenschutz.
Teilen Sie mit WELZHOFER Ihre Freude an Wildvögeln, Igeln und Eichhörnchen. Erzählen Sie uns von Ihren Beobachtungen und Erlebnissen. Stellen Sie Stefan Böhm Ihre Fragen.
Vogelexperte Böhm